Einführung neuer Tarife in der privaten Krankenversicherung

Es gibt unterschiedliche Gründe weshalb private Krankenversicherungen neue Tarife einführen. Folgende Gründe fallen mir dazu ein:

  1. Wenn die alten Tarife nicht mehr zeitgemäß sind. Dann ich es natürlich sinnvoll wenn neue Tarife eingeführt werden.
  2. Wenn die PKV Gesellschaft eine neue Geschäftspolitik betreibt, z.B. neue Leistungssteuerungselemente einführen will, um die Beiträge stabil zu halten, auch dieses Vorgehen ist akzeptabel.
  3. Wenn die Beiträge zu teuer wurden und deshalb nicht mehr verkaufbar waren, dies ist meiner Ansicht nach bedenklich. Dies kann durch folgende Faktoren geschehen, diese Aufzählung erhebt nicht den Anspruch vollständig zu sein:
    1. Bei Einführung der Tarife wurden die Beiträge zu niedrig kalkuliert, um neue Kunden über den Beitrag zu ködern
    2. Durch eine lasche Gesundheitsprüfung steigt der Kopfschaden
    3. Wenn viele Versicherte durch Rahmenverträge mit erleichterter Gesundheitsprüfung aufgenommen werden und dadurch der Kopfschaden steigt
    4. Wenn der Tarif aus welchen Gründen auch immer ein Flop war und nicht verkauft wurde
  4. Wenn die Kalkulation durch gesetzliche Vorgaben über den Haufen geworfen wird. Nun ja was soll ich dazu sagen.

Was passiert eigentlich wenn eine PKV Gesellschaft neue Tarife einführt. Zunächst einmal muss von der Gesellschaft entschieden werden, was mit den Alttarifen geschieht. Oft werden diese geschlossen, auch dann wenn ein ähnliches Tarifwerk wieder auf den Markt gebracht wird. Damit bilden die Altkunden ein Kollektiv für sich und in dem neuen Tarif entsteht ein neues Kollektiv. Die Frage ist, wie sich die Beitragsentwicklung in den alten Tarifen entwickelt. Das kommt unter andrem darauf an wie groß das Kollektiv in den alten Tarifen war. Gerade Tarife mit sehr kleinen Kollektiven können dann Probleme bekommen.

Wenn ich mir die nicht einfache Situation von Gesellschaften ansehe, die wegen des Punktes Nr. 4 einen Tarif, der erst ein paar Jahre auf dem Markt war, neu kalkulieren muss, da kann die Gesellschaft nicht so einfach die neue Kalkulation mit möglicherweise höheren Beiträgen von den Altkunden verlangen. Der einfachste aber für den Bestandskunden nicht unbedingt beste Weg wäre die Kollektive zu trennen. Wenn bei den Altkunden dann mit der Zeit die Beiträge steigen, könnte ich mir vorstellen, dass die Altkunden, wenn es keine anderen Alternativen gibt, in den neuen und teureren Tarif wechseln werden.

Es geht aber auch anders:
Die für die Kunden beste Möglichkeit ist, wenn die Gesellschaft über ein hohes Eigenkapital und damit hohe Zinseinnahmen verfügt und über die Beitragslimitierung die Beiträge in dem alten geschlossenen Tarife stabil hält. Damit gibt es keinen Wechseldruck und alle sind zufrieden. Dieses Verfahren wenden oft (wenn das nötige Kleingeld auf der Hohen Kante ist) Gesellschaften an, die wegen der Nr. 1 oder Nr. 2 die alten Tarife schließen.

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