Rösler will schnelleren Wechsel in die private Krankenversicherung

Die Frage stand förmlich im Raum, als die Einzelheiten zur geplanten Gesundheitsreform bekanntgegeben wurden: Fällt die Drei-Jahres-Frist, um schneller von der gesetzlichen Krankenkasse in eine private Krankenversicherung zu wechseln? Ja, sie fällt. Das geht einem Bericht des Handelsblattes zufolge aus einem Argumentationspapier von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hervor. Sein Plan: Im nächsten Reformschritt soll die Wartezeit wieder auf ein Jahr verkürzt werden.

Dann können Versicherte mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 4.162,50 Euro deutlich zügiger einen Wechsel in Angriff nehmen. Das hatte sich der Verband der privaten Krankenversicherungen lange gewünscht. Seit 2007 mussten Wechselwillige drei Jahre ausharren. Ziel der damaligen Großen Koalition war es, die Abwanderung von Besserverdienern in die PKV zu bremsen. Das ist ihr gelungen. Mit der Folge, dass das Neugeschäft der Unternahmen einbrach. Wann die Ein-Jahres-Frist wieder zurückkehrt, geht aus dem Papier nicht en Detail hervor.

Darüber hinaus hat Philipp Rösler noche weitere Pläne, um die PKV zu stärken. Dazu heißt es: „Bei den Wahltarifen soll die Abgrenzung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung klarer ausgestaltet werden.“ Letztlich bedeutet das nichts anderes, als dass die Zusatztarife, die ebenfalls von der Großen Koalition eingeführt wurden, genau unter die Lupe genommen und möglicherweise wieder ganz den privaten PKV überlassen werden sollen. Zur Debatte stehen dabei insbesondere die Tarife für alternative Medizin wie Homöopathie. Sie dürfen seit 2007 von den gesetzlichen Kassen angeboten werden.

Denkbar ist, dass dieses Recht fällt, unter anderem, weil die Wirksamkeit der Homöopathie wissenschaftlich eher umstritten ist. In dem Punkt stimmt auch der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, zu. Er möchte diese Therapierichtung ganz aus dem Leistungskatalog nehmen. Kritik regt sich hingegen bei der CSU und den Grünen. Die CSU befürchtet eine „unheilvolle Entwicklung Richtung Zweiklassenmedizin“. Die Grünen sehen in dem Vorstoß eine Strafe für gesundheitsbewusste Versicherte. Der Gesundheitsminister selbst will prüfen, wo die Homöopathie besser aufgehoben ist.

Speak Your Mind

*