Oder wie kann ich am besten das Geld der Anderen zum Fenster rauswerfen.
Ich kann mich noch deutlich an die Zeit erinnern, als Frau Schmidt (SPD) das Sagen im Bundesgesundheitsministerium hatte. (ja, nicht alles was Frau Schmidt angeleiert hatte war von übel). Einer der meiner Ansicht nach sehr konstruktiven Vorschläge war, dass der Hausarzt der Lotse für den gesetzlich Versicherten sein sollte. Dieser sollte eine intensivere Beratung des Patienten übernehmen und bei Bedarf zu den entsprechenden Fachärzten schicken. Dafür wurden von den Kassen extra Hausarzttarife abgeschlossen. Die Krux war nur, dass der Gesetzgeber den Kassen per Gesetz aufgegeben hatte, diese Hausarzttarife ab einem bestimmten Datum unter Dach und Fach zu haben. Dies kam den Hausarztverbänden sehr zu Pass, konnten sie doch unter Hinweis auf diese gesetzliche Pflicht mit den Kassen sehr günstige Vertragsabschlüsse vereinbaren. Diese sollen nun wieder den Realitäten angepasst werden, was zu Heulen und Zähneknirschen bei den Hausarztverbänden führt. Diese Auseinandersetzung wurde ja schon hinlänglich in der Presse durchgenudelt.
Der Hausarzt bekommt als Lotse mehr Geld, weil er die Patientenberatung mit übernehmen soll, das macht ja durchaus Sinn. Weil der Hausarzt dann mehr Zeit hat sich um den einzelnen Patienten zu kümmern (was an sich schon ein Vorteil ist) und dieser Arzt, der den Patienten mit all seinen Macken am besten kennt, die notwendige Behandlung führt. Das spart Geld, weil unnötige – und Doppelbehandlungen – vermieden werden. Nach meiner Ansicht ein sehr effektives System im Rahmen der Sachleistung der GKV
Nun zum eigentlichen Thema. Es soll zu dieser Hausarztversorgung noch eine unabhängige Patientenberatung als Regelversorgung eingeführt werden. Nach einer aktuellen Gesetzesinitiative sollen ab 2011 alle Menschen in Deutschland Zugang zu dieser unabhängigen Patientenberatung haben. Diese Möglichkeit gab es schon im Rahmen einiger Modellprojekte. Es soll mit dem Gesetz ein möglichst nahtloser Übergang und Finanzierungsanschluss nach dem Ende dieser Modellprojekte gewährleistet werden. Der Vorstand des GKV-Spitzenverbandes Herr Gernot Kiefer meinte zu diesem Angebot: “Viele Ratsuchende haben trotz vielfältiger Informations- und Beratungsangebote Schwierigkeiten, die richtige Anlaufstelle für ihr spezielles Problem zu finden. Hier kann die unabhängige Patientenberatung für Versicherte und Patienten sinnvolle Hilfe bieten”
Für dieses neue Angebot wurde vom GKV-Spitzenverband eine europaweite Ausschreibung gestartet. Die Zielsetzung in der Ausschreibung sei, dass die unabhängige Patientenberatung sich durch eine hohe Beratungsqualität, Neutralität sowie fachliche Unabhängigkeit auszeichnen und vernetzt in der bestehenden Beratungslandschaft eine verlässliche Lotsenfunktion übernehmen soll.
Sollte diese Lotsenfunktion nicht durch die Hausärzte erfolgen, welche die Patienten kennen? Für diesen Unsinn will die GKV 5,2 Millionen Euro pro Jahr aus Beitragsmitteln zur Verfügung stellen. Ich denke wenn diese Mittel in die Hausarztversorgung fließen würden, wäre das Geld besser angelegt.
Finanzielle Unterstützung kündigt auch die Private Krankenversicherung (PKV) an. In der PKV könnte ich möglicherweise noch einen Sinn einer solchen unabhängigen Beratung sehen. Zum Beispiel, wenn es mehrere Behandlungsmöglichkeiten gibt und der PKV Patient sich letztendlich eine unabhängige Meinung über die entsprechenden Erfolgswahrscheinlichkeiten der Behandlungen einholen will.



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