Die Allianz Private Krankenversicherung ist zurück

Die Vollversicherungstarifserie der Allianz Private Krankenversicherung, auch bekannt unter dem Namen „Aktimed“, ist wieder im Angebot enthalten, rechtzeitig zum Jahresendgeschäft. Diese wurde im Juni 2010 vom Bundesverwaltungsgericht für nicht rechtskonform erklärt und musste vom Markt genommen werden. Hintergrund war ein Streit mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin).

Die neuen Tarife waren zwar günstiger, als viele der älteren, enthielten jedoch für Neukunden höhere Risikozuschläge. Wollte jemand, der schon Kunde bei der Allianz ist, von einem alten Tarif in einen der neuen Tarife wechseln, so wurde zusätzlich ein „Tarifstrukturzuschlag“ berechnet, der vom Kunden zu entrichten war. Die Höhe betrug in den meisten Fällen 20% ungeachtet des Gesundheitszustandes des Patienten. Gerechtfertigt wurde dieser Zuschlag mit verschiedenartigen Kalkulationen.

Die Bafin sah darin eine Missachtung des Wechselrechts, welches im § 204 Versicherungsvertragsgesetz verankert ist. Die Allianz bestand jedoch weiterhin auf diesen Zuschlag und musste Aktimed nach einer Niederlage vor dem Bundesverwaltungsgericht aus dem Sortiment nehmen. Die Konsequenzen waren fatal. Da sich die Allianz zu sehr auf Aktimed fokussierte, hatte sie in den Folgemonaten nur noch ein beschränktes Angebot, war so gut wie gar nicht auf dem Versicherungsmarkt vertreten. Und das zu einer Zeit, wo private Krankenversicherungen sehr begehrt waren.

Doch nun wurden die von dem Gericht geforderten Neukalkulationen vorgenommen und Aktimed ist wieder auf dem Markt. Der Vorstandsvorsitzende der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG, Maximilian Zimmerer kommentierte den Vorstoß wie folgt: „Mit der Tarifserie Aktimed bietet die Allianz nun wieder Vollversicherungsschutz für alle Kundengruppen an“. Außerdem macht die Allianz reinen Tisch, schaffte den Tarifstrukturzuschlag ab und zahlt zu Unrecht erhobene Zusatzgebühren in vollen Umfang an jene Kunden zurück, die von einem alten in einen neuen Tarif wechselten. Auch gebe es keine oder nur stark begrenzte Risikozuschläge für Neukunden mehr. Dafür würden die Tarife aber insgesamt um 12 % teurer. Darin sind auch die steigenden Preise im Gesundheitssystem einberechnet. Einzelheiten, wie die Höhe der Rückzahlungen wurden nicht bekanntgegeben.

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