PKV – hohe Provisionen rufen BaFin auf den Plan

Gute Arbeit muss angemessen entlohnt werden – keine Frage. Doch was heißt gut und welcher Betrag ist angemessen? Zum zweiten Punkt, der Höhe der Entlohnung, schwelt im Zusammenhang mit den Provisionen für die Vermittlung privater Krankenversicherungen schon längere Zeit ein Streit. Dass sich einige PKV sehr großzügig zeigen, wenn ein neuer Vertrag zustande kommt, ruft nicht nur die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf den Plan. Auch in der Politik regt sich Widerstand. Die Union fordert jetzt eine gesetzliche Deckelung der Vergütung für die Makler und Vermittler.

Ob es soweit kommen wird, steht noch in den Sternen. Sicher scheint, so eine Meldung der Stiftung Warentest, dass die BaFin aktiv geworden ist. Denn die Kritik von Verbraucherschützern und Testern wird immer lauter. Sie bezieht sich auf private Krankenversicherer, deren Provisionen ein gewisses Maß überschreiten und umgerechnet höher ausfallen als der jeweilige PKV-Jahresbeitrag, den der Kunde zahlen muss. Aktuell konzentriert sich die BaFin diesbezüglich auf zwei Unternehmen. Laut der Sprecherin der Behörde, Kathi Schulten, gelten Abschlussvergütungen, die mehr als 8,9 Monatsbeiträge umfassen als „aufsichtsrechtlich unerwünscht“. Schließlich müssen die Versicherten für die Kosten aufkommen.

Hinzu kommt ein weiteres Problem, das sicherlich nicht flächendeckend, dafür aber in Einzelfällen zu beobachten ist. Hohe Provisionen bergen einen gewissen Anreiz für Makler, den Kunden nach einigen Jahren auf andere, vielleicht günstigere Verträge aufmerksam zu machen und einen Wechsel vorzuschlagen. Im Hinterkopf haben sie dabei weniger die Interessen des Versicherten, sondern vielmehr die neuerliche Provision. Denn ein Wechsel ist immer mit Vorsicht zu genießen, weil eine neue Gesundheitsprüfung und das höhere Alter sich durchaus auf den Beitrag auswirken können.

Grundsätzlich stört es niemanden, dass ein Vermittler Geld dafür bekommt, wenn er erfolgreich war und einen Vertrag aushandeln konnte. Einerseits nimmt eine ausführliche Beratung Zeit in Anspruch. Andererseits müssen sich die Makler ständig auf dem Laufenden halten und über neue Tarife und Gesetzesvorgaben informieren, um überhaupt eine solide Beratung bieten zu können. Dieser Aufwand muss bezahlt werden. Die Provisionen dürfen nur nicht ausufern. Das schadet dem Ansehen der Branche und dem Vertrauensverhältnis zum Kunden.

Speak Your Mind

*