Der Fall City BKK

Die Meldung, dass die City BKK zum 1. Juli auf Anordnung des Bundesversicherungsamtes geschlossen wird, hat hohe Wellen geschlagen. Immerhin handelt es sich hierbei um ein Novum. Dass eine gesetzliche Krankenkasse (GKV) aufgrund finanzieller Probleme für immer von der Bildfläche verschwindet und die Versicherten in alle Winde zerstreut nach neuen Ufern suchen, hat es bislang nicht gegeben. Glaubt man Experten, handelt es sich bei der Insolvenz der City BKK – die sich schon längere Zeit angedeutet hatte – erst um den Anfang des „Kassensterbens“.

Die Entscheidung, die Pforten der City BKK endgültig dichtzumachen, wirft kein gutes Licht auf das Gesundheitswesen und deckt eklatante Schwächen auf. Die Pleite nur mit Managementfehlern zu begründen, wäre dann doch zu einfach. Die Ursachen dürften viel tiefer liegen. Dafür spricht auch, dass schon die nächsten Kandidaten ausgemacht werden, bei denen die Lichter entweder flackern oder kurz vorm Erlöschen sind. Medienberichten zufolge ist die Vereinigte IKK eine der Krankenkassen, die Probleme hat. Sie soll bei anderen Innungskrankenkassen um Finanzspritzen gebeten haben.

Dabei geht es, glaubt man den Kassen, weniger um finanzielle Schwierigkeiten als vielmehr um Gespräche, mit denen sämtliche Möglichkeiten ausgelotet werden sollen, wie man dauerhaft wettbewerbsfähig bleiben kann. Die Krankenkasse habe weder Schulden noch könne von einer Schließung gesprochen werden. Angesichts von 1,7 Millionen Versicherten bei der Vereinigten IKK käme ein Aus auch einem Donnergrollen gleich. Diese Diskussion und alle Vermutungen zeigen vor allem eines: Es besteht dringend Handlungsbedarf, damit wieder Ruhe einkehrt und Patienten nicht fürchten müssen, von jetzt auf gleich in eine andere Kasse wechseln zu müssen.

Die Probleme der gesetzlichen Kassen zum Anlass zu nehmen und in eine private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln, ist sicherlich eine Überlegung wert. Offen steht dieser Weg derzeit rund 4,5 Millionen freiwillig Versicherten in der GKV. Allerdings, und das wird gerne übersehen, ist auch in der PKV längst nicht alles Gold, was glänzt. Gerade Versicherte mit gesundheitlichen Problemen müssen mit Risikozuschlägen rechnen. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass auch in der GKV die Beiträge steigen, insbesondere im Alter. Ohne ausführliche Beratung geriete man möglicherweise vom Regen in die Traufe.

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