Die privaten Krankenversicherungen haben im ersten Quartal dieses Jahres – wie berichtet – einen enormen Zulauf erfahren. 40.000 Neukunden verbuchte die Branche. Grund genug für die Wirtschaftswoche gemeinsam mit dem Hamburger Analysesoftwareunternehmen Softair den Markt einmal näher unter die Lupe zu nehmen. Verglichen wurden insgesamt 845 Tarife für eine private Krankenvollversicherung. Im Mittelpunkt stand dabei das Preis-Leistungs-Verhältnis, das mit 60 Prozent in die Gesamtwertung einfloss. Hinzu kamen 40 Prozent für die Beitragsstabilität.
„Um Lockangebote mit niedrigen Einstiegsprämien auszuschließen, hat Softair nur Tarife berücksichtigt, die mindestens zehn Jahre am Markt sind“, erklärt die Wirtschaftswoche. Der lange Zeitraum erlaube Rückschlüsse darüber, ob die PKV für den Kunden auch noch im Alter bezahlbar sei, so der Geschäftsführer des Unternehmens, Matthias Brauch. Denn gerade die steigenden Kosten erweisen sich immer öfter als Ärgernis und im Alter als Problem. Das Magazin nennt dazu einige Beispiele, in denen die Prämie innerhalb der vergangenen zehn Jahre um 71 Prozent gestiegen ist. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Die Analysten von Morgen & Morgen rechnen in diesem Jahr mit einem Beitragsplus von sieben Prozent, wobei viele der größeren Anbieter unter diesem Wert bleiben.
Sich nun alleine auf den Preis zu verlassen und die private Krankenversicherung anhand des Sparpotenzials auszuwählen, wäre allerdings der schlechteste Weg. Denn auch bei den PKV gilt: Günstige Tarife sind nicht unbedingt die besten. Wenn, dann müssen Preis und Leistung stimmen. Genau darauf wurde beim Test geachtet. Obwohl ein Angebot der Axa knapp 40 Euro pro Monat über dem der Halleschen lag, wurde der Axa-Tarif besser bewertet, weil er eine deutlich höhere Erstattung bei den Heilmitteln bietet.
Berechnet wurden die Tarife für vier Musterkunden: eine 30- und eine 50-jährige Frau (angestellt) sowie für einen 30- und einen 50-jährigen Mann (ebenfalls angestellt). Das Ergebnis: Die besten Angebote für Frauen kamen von der Halleschen, der HanseMerkur, der SDK, der Nürnberger, der VHG und dem Deutschen Ring. Bei den Männern belegen Tarife des Deutschen Rings, der HUK-Coburg, der HanseMerkur, der Halleschen und der Axa die Top-10. Unabhängig vom Test der Wirtschaftswoche sollten sich Interessenten, die in die private Krankenversicherung wechseln möchte, ausführlich beraten lassen. Selbst ein groß angelegter Vergleich kann nur erste Anhaltspunkte liefern.



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