Neues von den Krankenkassen

Bei der City BKK sind die Lichter bereits ausgegangen. Jetzt droht der BKK Heilberufe das gleiche Schicksal. Die kleine Kerze der Hoffnung, doch noch über die Runden zu kommen und einen Fusionspartner zu finden, scheint zu erlöschen. Gespräche mit der AOK Rheinland/Hamburg und der BKK vor Ort führten zu keinerlei Ergebnissen. Wenn bis zum 26. Oktober kein Partner präsentiert wird, der die angeschlagene Krankenkasse ins Lot bringt, droht das Bundesversicherungsamt mit Schließung. Ende des Jahres wäre dann Schicht im Schacht.

Ansonsten haben die gesetzlichen Krankenkassen aktuell kaum Grund zur Klage. Erwartet wird ein Überschuss von 4,4 Milliarden Euro, der in die Reserve des Gesundheitsfonds fließt. Seitens der GKV geht man von einem Plus von etwa 1,4 Milliarden Euro aus. Die meisten Kassen sollten somit auf soliden Füßen stehen. Die Branche rechnet, wenn überhaupt, bei den Betriebskrankenkassen mit Problemen. Sie könnten dazu führen, dass Zusatzbeiträge erhoben oder weitere Fusionen angestrebt werden. Experten gehen ohnehin davon aus, dass sich künftig noch mehr Kassen zusammenschließen.

Das jüngste Beispiel dafür sind die DAK und die BKK Gesundheit. Aus den beiden GKV wird ab 2012 die DAK Gesundheit (wir berichteten). Erfreulich für die Mitglieder der neuen Kasse: Der Zusatzbeitrag in Höhe von acht Euro, der Anfang 2010 eingeführt wurde, gehört ab April 2012 der Vergangenheit an. In der noch jungen Geschichte des Zusatzbeitrages, der den Wettbewerb unter den GKV erheblich beeinflusst, ist es das erste Mal, dass eine Kasse zurückrudert. Der Grund dürfte sein, dass die zusätzlichen Kosten knapp 500.000 Mitglieder dazu veranlasst hatten, sich eine neue Kasse zu suchen.

Möglich wird der Verzicht auf die acht Euro monatlich dank einer strikten Finanzplanung. Die DAK arbeitet konsequent daran, die Finanzlage zu verbessern. Dazu gehört auch, die Zahl der Mitarbeiter von 11.400 auf 9.900 zu reduzieren. Gleichzeitig holt die gesetzliche Krankenkasse den großen Hammer aus dem Keller und leitet gegen die Mitglieder, die ihre Zusatzbeiträge bislang nicht überwiesen haben, Inkasso-Verfahren ein. Betroffen sind rund 130.000 säumige Zahler. Perfekt macht das Sparprogramm die Fusion mit der BKK Gesundheit.

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