PKV im Test

Der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung scheint verlockend. Auf der glitzernden Seite der Medaille warten ein umfangreicher Leistungskatalog, die Tatsache, als Privatpatient möglicherweise bevorzugt behandelt zu werden, und vielleicht sogar ein günstigerer Beitrag. Sich davon blenden zu lassen, ohne die weniger ansehnliche Schattenseite zu berücksichtigen, wäre fatal. Denn auch bei der PKV ist längst nicht alles Gold, was glänzt. Alleine die Beitragsanpassungen lassen die private Krankenversicherung inzwischen in einem eher matten Licht erstrahlen.

Umso wichtiger ist es, sich en détail mit dem Thema auseinanderzusetzen und die Tarife nicht nur anhand der Prämie zu bewerten. Dabei helfen die vielen PKV-Tests. Mit von der Partie sind unter anderem die Stiftung Warentest und Focus Money, die sich regelmäßig der privaten Krankenversicherung widmen und die Angebote auf Herz und Nieren prüfen.

Dazu hat sich die Zeitschrift „Finanztest“ jüngst die Tarife für Beamte, Beamtenanwärter, männliche Selbstständige und Angestellte vorgenommen. Bewertet wurden unter anderem die Höhe des Beitrags, der Kundenservice und die Verständlichkeit der Vertragsunterlagen – jeweils für einen 30-jährigen Kunden ohne gravierende Vorerkrankungen. In der Sparte Beamte lagen die HUK-Coburg und die Concordia ganz vorne. Für Anwärter ist laut Test die Debeka interessant, für Selbstständige die Hallesche Krankenversicherung und für Angestellte die Oldenburger Versicherung.

Focus Money ging den Vergleich völlig anders an. Gemeinsam mit dem Deutschen Finanz-Service Institut (DFSI) aus Köln wurden 35 Versicherungsgesellschaften angeschrieben, mit der Bitte, einen Fragenkatalog zu beantworten. Darauf reagiert haben lediglich 15 PKV, was bereits Rückschlüsse darauf zulässt, wer bereit ist, sich in die Karten gucken zu lassen. Durch den Fragebogen wurden elf Teilbereiche abgedeckt – angefangen bei den Hilfs- und Heilmitteln über Naturheilverfahren bis hin zu den Bonusprogrammen. In jeder Kategorie waren 100 Punkte möglich, aus denen für das Gesamturteil ein Durchschnitt gebildet wurde. Gewonnen hat die AXA mit ihren Tarifen Vital 300 und Vital Z. Im Mittel erhielt das Unternehmen 73,81 Punkte, gefolgt von der DKV mit 67,99 und der HUK-Coburg mit 65,57 Zählern.

Doch was sagen solche Tests nun aus? Gerade wenn es um die Leistung und den Service geht, sind diese Bewertungen durchaus hilfreich. Ob das jeweilige Angebot aber auch individuell am besten geeignet ist, steht auf einem anderen Blatt. Diesbezüglich sollte man sich die Zeit für eine ausführliche Beratung nehmen, statt sich nur auf lange Vergleichslisten zu verlassen.

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