PKV wollen Spezialtarif für Nichtzahler

Nichtzahler machen den privaten Krankenversicherungen das Leben extrem schwer. Nach Schätzungen von Experten sind 142.800 Versicherte nicht in der Lage, ihre Beiträge zu bezahlen. Unter dem Strich entstand den PKV dadurch bislang ein Schaden von rund 554 Millionen Euro. Die Folgen bekommen alle Kunden zu spüren. Sie müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Über die Hälfte der Tarife wird teurer, zum Teil um bis zu 40 Prozent. Bei der Central PKV steigt sogar die Selbstbeteiligung. Jetzt ist die Branche auf der Suche nach einer Lösung, die da lauten könnte: Spezialtarif für Nichtzahler.

Begonnen hatten die Probleme mit der Einführung der allgemeinen Versicherungspflicht. Vorher durften zahlungsunwillige bzw. zahlungsunfähige Kunden schlichtweg vor die Tür gesetzt werden. Jetzt bleiben sie im Trockenen, werden erst in den Basistarif zurückgestuft, und wenn gar nichts mehr geht, bleibt immerhin die Notfallbehandlung. Zudem müssen sich die PKV weiter darum kümmern, dass auch für Nichtzahler eine Altersrückstellung aufgebaut wird. Das kostet viel Geld und verhagelt die Bilanzen.

Zum Teil sind die Schwierigkeiten aber auch hausgemacht. Mit den sogenannten Billigtarifen wurden Kunden in die private Krankenversicherung gelockt, die sich eine PKV ansonsten gar nicht hätten leisten können. Mit den ersten Preisanpassungen wurde es für viele dieser Versicherten eng. Selbst 350 bis 500 Euro für den Basistarif, der speziell auf finanzschwache Kunden zugeschnitten ist, sind dann schon zu viel und sprengen das Budget. Jetzt soll es, so die „Ärzte Zeitung“, ein Spezialtarif richten.

Da ein solcher Tarif nicht von heute auf morgen und schon gar nicht ohne Rückendeckung von oben realisiert werden kann, wird derzeit mit verschiedenen Ministerien verhandelt. Gegenüber der „Ärzte Zeitung“ erklärte der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Reinhold Schulte: „Wir sind auf dem Weg der Einigung.“ Vom Prinzip her würde es sich dann um einen Untertarif des Basistarifs handeln, mit niedrigem Beitrag und kaum Leistung. Sichergestellt wäre auch in dem Fall nur die Notfallbehandlung. Auf diese Weise würden zumindest die Versicherungsbeiträge wieder fließen. Die Branche rechnet übrigens nicht damit, dass noch mehr Nichtzahler in den Statistiken auftauchen werden.

Speak Your Mind

*