Auf die Kostenbremse zu treten, ist für die privaten Krankenversicherer leichter gesagt als getan. Den Teuerungen aufgrund des medizinischen Fortschritts und der demografischen Entwicklung steht nur ein begrenztes Sparpotenzial gegenüber. Eine Option sind Generika. Statt der wesentlich höherpreisigen Originalmedikamente erhalten auch Kunden der PKV immer öfter günstigere wirkstoffgleiche Nachahmerpräparate verschrieben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKW (WIP).
Grundlage für die Untersuchung waren vier Millionen Arzneimittelverordnungen für etwa 470.000 Versicherte von zwei mittelgroßen privaten Krankenversicherungen aus der Zeit von 2007 bis 2010. Berücksichtigt wurden dabei neun Wirkstoffe: Amlodipin, Bicalutamid, Fentanyl, Metoprolol, Mirtazapin, Omeprazol, Pantoprazol, Tamsulosin und Venlafaxin. „Bis auf den Wirkstoff Omeprazol, der über den gesamten Beobachtungszeitraum stabil eine hohe Generikaquote aufweist, ist bei allen Wirkstoffen die Generikaquote im betrachteten Zeitraum kontinuierlich angestiegen“, schreibt Studienleiter Dr. Frank Wild.
Genutzt werden die Präparate vor allem bei PKV-Erstverordnungen. Hier lag die Quote im Jahr 2010 bei 65 Prozent. Im Vergleich dazu kommen die gesetzlichen Krankenkassen auf einen Wert von 92,9 Prozent. Handelt es sich um eine längerfristige Arzneimitteltherapie, stehen bei den privaten Krankenversicherungen 48,7 Prozent zu Buche. „Damit nutzt die PKV die Einsparmöglichkeiten von Generika vor allem bei Personen, die neu auf einen Wirkstoff eingestellt werden“, so das Fazit von Dr. Wild. Dass bei längeren medikamentösen Therapien ab einem Jahr seltener zu einem Generikum gewechselt wird, bietet aus seiner Sicht eine verlässlichere Versorgung und führe zu einer höheren Therapietreue. Zudem könnten gerade bei älteren Menschen Umstellungsprobleme auftreten.



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