Mit einem klaren Bekenntnis zur privaten Krankenversicherung (PKV) und einem „Nein“ zur Bürgerversicherung hat der Deutsche Ärztetag seine Position in puncto Gesundheitspolitik einmal mehr unterstrichen. Es bedürfe „keines dramatischen Systemwechsels“, betonte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, und stößt damit ins gleiche Horn wie Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).
Eine Bürgerversicherung, wie sie von den Sozialdemokraten, den Grünen und der Linken gefordert wird, erachtet Montgomery als Fehlentwicklung, die den Versicherten Leistungseinschränkungen beschere. Lediglich Gutverdiener könnten sich eine bessere Versorgung erkaufen. Die Mehrheit müsste sich indes mit der Basisvariante zufriedengeben. Dadurch würde die immer wieder kritisierte Zwei-Klassen-Medizin nicht entzerrt, sondern verschärft. Abgesehen davon, dass die Bürgerversicherung voraussichtlich weniger Leistung biete, müsse auch mit weniger Neuerungen gerechnet werden. Unter dem Strich gehen die Ärzte also von einer deutlichen Verschlechterung für die Patienten aus. Mit diesen Argumenten wollen die Mediziner auch im Bundestagswahlkamp aufwarten.
Daniel Bahr wird es freuen, die Ärzte auf seiner Seite zu wissen. Er spricht sich ebenfalls für die Beibehaltung der beiden Säulen gesetzliche Krankenkasse und private Krankenversicherung aus. „Wer eine Einheitsklasse als Lösung für die demografischen Herausforderungen beschreibt, der verkennt, dass das Patienten zum Bittsteller einer staatlich gelenkten Mangelversicherung macht“, so Bahr. Gleichwohl sieht er noch Verbesserungsbedarf bei den PKV, die einige Fehler aus der Vergangenheit abstellen müssten – zum Beispiel billige Lockangebote für junge Gesunde. Mit dieser Rosinenpickerei schade sich die private Krankenversicherung nur selbst. Einigkeit herrscht zwischen Minister und Ärzten übrigens auch im Punkt Praxisgebühr. Da sie „keinen messbaren Erfolg“ bringe (Montgomery), könne sie abgeschafft werden (Bahr).



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