Die Beiträge für die private Krankenversicherung werden wohl auch künftig ein Dauerbrenner sein. Das neueste Datenmaterial für die Debatte steuerte jüngst das Analysehaus Morgen & Morgen bei. Die Experten rechnen damit, dass die PKV-Beiträge in diesem Jahr im Schnitt um 4,4 Prozent steigen werden – und gießen damit indirekt Öl auf die Flamme der PKV-Gegner.
Dabei wären 4,4 Prozent sogar ein recht guter Wert. Denn innerhalb der vergangenen zehn Jahre lag die Beitragssteigerung für Neumitglieder bei etwa 4,6 Prozent pro anno. Zudem muss berücksichtigt werden, dass die private Krankenversicherung keine staatliche Unterstützung erhält und die Mehrkosten für Medikamente und die Behandlung sich auch in der Prämie bemerkbar machen. Stephan Schinnenburg, Geschäftsführer von Morgen & Morgen, erklärte daher gegenüber dem Handelsblatt: „Insgesamt hat sich der Markt ein wenig beruhigt.“
Das belegt er mit Zahlen: von 2001 bis 2011 kommt das Analysehaus auf eine Steigerung von 4,9 Prozent, 2002 bis 2012 seien es knapp 4,6 Prozent gewesen. Ein Teil dieser Entwicklung beruhe auf dem Umstand, dass die Tarife nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes ab dem 21. Dezember geschlechtsneutral sein müssen (Unisex-Tarife). Männer zahlen dann mehr, Frauen weniger. Leichter wird es dadurch allerdings nicht, den passenden Tarif für die private Krankenversicherung zu finden.
Denn einige Angebote erweisen sich erst im Nachhinein als zu teuer, weil es ihnen schlichtweg an Beitragsstabilität mangelt. Morgen & Morgen nennt dazu ein Beispiel. 2002 lag die Prämie bei Abschluss noch bei 255 Euro. Jetzt müssten bei Unterzeichnung des Vertrages bereits 622 Euro berappt werden. Heißt: Bei „schlechten Tarifen“ betrug das Beitragsplus rund 12,4 Prozent. Umgerechnet ergibt das binnen eines Jahrzehnts eine Mehrbelastung von über 4.000 Euro pro Jahr – sowohl bei Männern als auch bei Frauen.
Umso wichtiger ist es, darauf zu achten, wie stabil die Beiträge sind. Von 1694 untersuchten Tarifen erhielten 82 nur einen von fünf möglichen Sternen, weil die Tarife um rund 7,5 Prozent im Jahr teurer geworden sind. Bei den Angeboten, die volle fünf Sterne erhielten, lag der Wert bei durchschnittlich 2,7 Prozent im Jahr. Insgesamt kommen rund 27 Prozent der Tarife auf vier oder fünf Sterne. Letztlich geht es aber auch darum, den für sich passenden Tarif zu finden. Die Profis von Morgen & Morgen raten daher zu einer unabhängigen Beratung. Schlichtweg, weil der Markt viel zu komplex ist.



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