Wer privat krankenversichert ist, hat ein dickes Sparschwein. So in etwa lässt sich die landläufige Meinung zusammenfassen, dass nur Wohlhabende in den Reihen der PKV-Kunden zu finden sind. Widerlegt wird dieses Vorurteil jetzt durch eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der privaten Krankenversicherung (WIP). Die Basis für die Untersuchung bildete die Verbrauchsstichprobe 2008 des Statistischen Bundesamtes. Das Ergebnis: „Bei den Versicherten der PKV handelt es sich um eine sehr heterogene Masse.“
Zu den Zahlen: 11,6 Prozent der PKV-Mitglieder sind Arbeitnehmer, 24,7 Prozent Beamte, 17,5 Prozent Pensionäre, 15,7 Prozent Selbstständige, 7,5 Prozent Rentner, 0,2 Prozent Arbeitslose, 2,9 Prozent Studierende und 19,9 Prozent sonstige Nichterwerbstätige (dazu zählen unter anderem Hausfrauen, nicht schulpflichtige Kinder sowie Sozialhilfeempfänger). Unter dem Strich zeigt sich, dass gerade einmal 49,2 Prozent aller Kunden der privaten Krankenversicherungen einer eigenen Erwerbstätigkeit nachgehen. Mehr als die Hälfte lebt demnach von Unterhaltszahlungen, dem eigenen Vermögen, Pensionen, Renten, Altersteilzeit, sonstigen Zahlungen, Betriebsrenten, Hartz IV oder dem Arbeitslosengeld I.
Dieser Umstand spiegelt sich auch in der Zahl derer wider, die ein Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 4.012,50 Euro monatlich erzielen. Das trifft auf 80,4 Prozent aller Kunden in der privaten Krankenversicherung zu. Lässt man die Versicherungsnehmer unter 18 Jahren außen vor, liegt die Quote immer noch bei 77 Prozent. „Damit kann widerlegt werden, dass in der PKV hauptsächlich Personen mit hohen Einkommen versichert sind“, heißt es in der Studie. Daraus ergibt sich allerdings auch ein Problem: Steigen die Beiträge für die PKV weiter wie gehabt, wird die Krankenversicherung für viele zum Luxus.
Und genau daran stört sich die Fraktion der Partei „Die Linke“. Sie hat jetzt den Antrag gestellt, die PKV sofort abzuschaffen. Die Unternehmen sollen künftig nur noch im Bereich der Krankenzusatzversicherungen aktiv werden. Diesbezüglich sei die Sicherstellung der solidarischen Krankenversicherung höher zu werten als die Rechte der Assekuranzen. Ein gewagter Vorstoß, der in eine Kerbe haut, die in jüngster Zeit immer größer geworden ist. Beraten wird der Antrag nach der parlamentarischen Sommerpause.



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