Die meisten Kunden der privaten Krankenversicherungen würden nicht wieder in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln wollen, sehen durchaus Vorteile darin, Privatpatient zu sein, haben aber kaum noch Verständnis dafür, dass sie ständig tiefer in die Tasche greifen müssen. Das sind die drei wichtigsten Erkenntnisse aus der diesjährigen Studie „Kubus PKV“ des Beratungsunternehmens MSR Consulting.
Um mit den positiven Aspekten der Untersuchung zu beginnen: Die privaten Krankenversicherer dürfen sich über sehr treue Kunden freuen. 86 Prozent sagten klipp und klar „nein“, als sie gefragt wurden, ob sie wieder Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden wollen. Lediglich 14 Prozent antworteten darauf mit „ja“. Daraus lässt sich eine gewisse Grundzufriedenheit ablesen. Bestätigt werden diese Zahlen dadurch, dass 75 Prozent der Umfrageteilnehmer große bis sehr große Vorteile darin erkennen, privat krankenversichert zu sein. Einen geringen Vorteil sehen 15 Prozent. Keinen Vorteil oder gar Nachteile erwarten elf Prozent.
Die Schattenseite der Medaille ergibt sich mit Blick auf die Beitragsentwicklung. Denn die treibt immer mehr Versicherten die Sorgenfalten auf die Stirn und hat in der Vergangenheit bereits für viele Diskussionen gesorgt. Nachvollziehbar sind die steigenden Prämien für 61 Prozent. Das ist ein durchaus akzeptabler Wert. Aber: 2011 lag die Quote noch bei 65 und 2010 sogar bei 73 Prozent.
Die Gründe dafür, dass die Kunden eher den Kopf schütteln, als zustimmend nicken, erklärte Torben Tietz von MSR Consulting gegenüber der „Ärzte Zeitung“. Das geringere Verständnis werde durch die Meldungen über die Überschüsse in den gesetzlichen Kassen genährt. Auf der anderen Seite seien höhere Beiträge für die private Krankenversicherung eher akzeptiert worden, als die GKV mit Zusatzbeiträgen von sich Reden machten.
Potenzial sieht die Studie im Bereich der privaten Krankenzusatzversicherungen. Laut „Kubus PKV“ haben 71 Prozent der Zusatzversicherten eine Deckung für Zahnersatz, der damit klar auf Platz eins steht. Es folgen Policen für Brillen und Kontaktlinsen (43 Prozent) und die stationäre Versorgung (42 Prozent). Die Mehrheit der GKV-Mitglieder (31 Prozent) hat eine Zusatzversicherung, 23 Prozent schützen sich bereits gegen zwei Risiken. Hier könnten die PKV ansetzen, sollten aber sehr genau über ihre Leistungen und die Services aufklären, um Frust gar nicht erst aufkommen zu lassen.



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