Sehr geehrte Damen und Herren,

wir zählen in Deutschland mittlerweile ca. 400.000 Versicherungs- und Anlagevermittler. Davon sind allerdings ca. 250.000 nebenberuflich tätig. Unter dem Gesichtspunkt "qualitative Ansprechpartner" dürften diese herausfallen. Von den restlichen 150.000 Vermittlern sind vielleicht nur 10% unabhängige, freie Vermittler, der Rest in Ausschließlichkeit für irgendwelche Gesellschaften tätig und somit in Sachen Produktauswahl gebunden. Es verbleiben ca. 15.000 wirklich gute Ansprechpartner für den Verbraucher.

Aber wer ist nun der geeignete Ansprechpartner aus Sicht des Verbrauchers?

Eine Ausbildung, nur der Ausbildung wegen, wäre ein völlig falscher Ansatzpunkt. Einen Vermittler quer durch alle Produktbereiche zu treiben, unabhängig davon, ob er auf allen Gebieten im Nachgang tätig sein will oder nicht ist sehr in Frage zu stellen.

Des Weiteren ist auch die allerbeste Ausbildung später kein Garant dafür, dass ein so genannter Profi auch wirklich qualitativ hochwertig arbeitet, gute Produkte vermittelt, immer auf dem Laufenden ist, den Markt ständig beobachtet, alle Neuerungen mitbekommt, Veränderungen erfährt und vieles mehr.

Als abschreckendes Beispiel können wir uns doch einmal die so genannten freien Berufe betrachten, z.B. den Steuerberater, der am Tage X sein Wissen mit Bestehen einer Abschlussprüfung unter Beweis stellt, im Nachgang jedoch ständig gefordert sein wird, seinen Horizont immer wieder zu erweitern. Und dass es mindestens so viele "schlechte Steuerberater" wie "schlechte Vermittler" gibt, ist sicherlich auch kein Geheimnis mehr. Und hier noch viel schlimmer: Der Steuerberater macht unter jede Steuererklärung seinen Stempel in Sachen Haftungsausschluss. Interessant, oder? Erst beraten und Entscheidungen für Unwissende und Hilfesuchende Mandanten treffen und in Folge aber nicht zur Verantwortung gezogen werden wollen. Was soll man denn davon halten?

Oder wie sieht es denn z.B. bei unseren Ärzten im Lande aus? Ehrlich gesagt hätte ich schon eine gewisse Angst davor, mich auf die Prognose eines einzelnen zu verlassen und bei dem einen oder anderen unter das Messer zu kommen. Auch hier genügen meine Erfahrungen um sagen zu können, dass auch diese "erhabenen Menschen" trotz professioneller Ausbildung Entscheidungen treffen, mit denen sie völlig daneben liegen können.

Also warum soll es denn dann gerade bei den Finanzvermittlern anders bzw. besser sein? Alle vorgenannten Berufe haben gewiss eine professionelle Ausbildung genossen, doch ist diese in all den Fällen kein Garant für gute Arbeit. Grundsätzlich ist eine entsprechende fachlich fundierte Ausbildung wichtig, aber über die Qualität des Beraters in der Praxis spielen persönliche Eigenschaften wie z.B. Charakter, Fleiß oder Rechtschaffenheit eine wesentliche Rolle.

Fakt ist und bleibt, auch die beste Ausbildung ist in Folge nichts wert, wenn dieser Vermittler nicht charakterlich einwandfrei ist und geschäftlich mit der notwenigen Sorgfalt und dem notwendigen Zeiteinsatz immer wieder die Augen im Interesse seiner Kunden offen hält. Und genau das muss man offen sagen.

Unabhängig aller berechitgter Kritik an den möglichen Ausbildungen für freie Makler sehe ich das Wissen welches in meiner fundierten Ausbildung gelernt habe als Fundus für meine tägliche Arbeit an. Deshalb habe ich mich auch in diesem Bereich weitergebildet und den Fachwirt für Finanzberatung (IHK) abgeschlossen. Damit habe ich auch den zukünftigen Erfordernissen der Vermittlerrichtlinie Rechnung getragen.


Herzlichst Ihr Manfred Walter